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Frankreich – das Beste kommt zum Schluss!

Frankreich – das Beste kommt zum Schluss!
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Im Vorfeld war klar, dass Marius Häßner im Spätherbst letzten Jahres in drei Wochen zweimal jeweils 1 Woche in Frankreich verbringen wird!
Zwischen beiden Trips lag also eine sehr anstrengende Arbeitswoche, in der sich Marius nicht nur die Zeit für den anstehenden Trip freischaufeln musste, sondern diesen auch noch planen und vorbereiten musste. In dieser kleinen Geschichte nimmt euch Marius mit – von der Vorbereitung, über den holprigen Start bis hin zum krönenden Abschluss.

Neben der vielen Arbeit jeden Tag verbrachte ich die Woche zwischen beiden Trips viel in meiner Garage, um die Rollen neu zu bespulen, Kleinteile wie Haken vorzubinden, Motoren und Schlauchboote zu checken und das ganze Tackle zusammen zu räumen.

Am Freitag den 2. November  bin ich gleich nach der Arbeit los in Richtung Westen, denn dort holte ich meinen Kumpel ab. Wir packten bei ihm das Auto und versuchten unser Tackle auf das Nötigste zu reduzieren, um mobil sein zu können, wir wollten schließlich nicht die großen Camper am Wasser mimen! Flexibel sein ist eben immer gut, sonst hat man den ganzen Tag mit ein- und auspacken zu tun und verliert sehr viel Zeit, in der man schon Fische fangen könnte!
Wie oft wir das in einer Woche machen würden – war uns da noch nicht klar!

Gegen 22 Uhr fuhren wir dann voll gepackt in Richtung Frankreich. Auf der Fahrt in den Süden mussten wir auch mal eine längere Pause machen, da wir beide schließlich am Tage noch gearbeitet haben und das nicht ganz spurlos an uns vorbei ging.
Also ab auf den Rastplatz und ein Nickerchen gemacht! Ich sage euch, eine Stunde Schlaf hilft Wunder, schließlich wollten wir ja einen schönen Urlaub haben und nicht in Einzelteilen an unsere Familien zurückgeschickt werden! Safety first – wie bei vielen anderen Sachen auch in unserem Hobby.

Als wir im Süden Frankreichs ankamen, wich die Freude der Erkenntnis, dass unser Platz, den wir uns im Vorfeld ausgeschaut haben, besetzt war.
Wir machten also erstmal einen Fußmarsch von knapp 5 km um etwas Geeignetes zu finden, was uns dann auch gelang.
Also ab auf die Stelle, aufbauen und erstmals die Lage im und um das Gewässer richtig checken! Unser Seeteil war sehr verkrautet, daher erarbeiteten wir uns jede der 8 Stellen gemeinsam, indem wir sehr viele Bojen setzten um den Weg der Karpfen durch das Kraut zu lokalisieren. Manchmal lagen für einen Spot 7-8 Bojen im Wasser. Als wir damit fertig waren und die Ruten perfekt lagen, gönnten wir uns erstmal ein richtige deftiges Mahl. Doch dabei viel auf, dass mein Kollege seinen rießen Frischfleisch Beutel im Kühlschrank vergessen hatte – irgendetwas vergisst man ja immer! Wir verhungerten trotzdem nicht.

Die ersten beiden Nächte verliefen bis auf einen Wels am ersten  Morgen sehr ruhig und das gefiel uns gar nicht, daher zogen wir schon unsere Ausweich-Gewässer in Betracht und sagten uns, dass sollten in der kommenden Nacht keine 2 Fische beißen, wir einen Abflug machen! Vorsichtshalber packten wir am Abend alles zusammen, sodass wir sehr früh am Morgen den Gewässer-Wechsel in Angriff nehmen konnten!

Es kam genauso wie wir es vermuteten und unsere Wecker klingelten eher als unsere Bissanzeiger – somit packten wir das ganze Angelzeug ein und fuhren in den Norden Frankreichs, wo wir uns an einem See niederließen! Auch dort waren die bevorzugten Stellen besetzt und wir mussten uns im Mittelteil des Sees eine Stelle suchen. Wir staffelten die Spots, fütterten nur zerbrochenen Stückchen mit Teig, bauten die Camps auf und gingen dann ohne zu angeln in die erste Nacht!

Früh um Vier klingelte der Wecker und wir legten die Ruten aus, tranken einen frischen Kaffee und erwarteten gespannt den ersten Morgen. Der Kaffee hatte noch nicht komplett den Weg in unsere Mägen gefunden, da bekam ich schon den ersten Biss. Der Fisch zog gleichmäßig Schnur von der Rolle und der Bissanzeiger sang sein Lied. Ich nahm die Rute auf, mein Kumpel machte das Boot fertig und wir fuhren dem Fisch entgegen, der trotz des kalten Wassers einen harten Kampf lieferte. Ich war sehr überrascht, dass der Fisch so lange unten blieb und mir immer wieder gleichmäßig die Schnur von der Rolle nahm.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen eine paar einzelne Blasen an die Oberfläche – den Fisch habe ich bis dahin noch nicht gesehen. Als kurze Zeit später ein massiver Körper die Wasseroberfläche durchbrach, zitterten mir schon von einem auf den anderen Moment die Knie! Da der Fisch aber unter dem Boot schon alles gegeben hatte, ging das Kräftemessen  an mich und eine kugelrunder dicker Spiegler glitt in die Maschen des Keschers!

Nach der ersten Nacht also gar kein schlechtes Ergebnis könnte man so sagen, aber für uns war es das nicht. Wir checkten die Wettervorhersagen und ich fuhren mit dem Boot noch mal Location machen. Ich wollte sehen, ob ich nicht doch Fische ausmachen kann.
Als ich wieder kam war es später Nachmittag und ich hatte gute Nachrichten für uns beide, denn ich habe eine große Anzahl an Fischen gefunden und somit war klar, dass wir der Stelle – egal was kommt – nur noch diesen einen Abend und den nächsten Morgen gaben!

Bis zum Abend fingen wir beide noch zwei mittlere Schuppis und am nächsten Morgen, wie vom Wetterbericht angesagt, durften wir unsere Camps im strömenden Regen ab- und an dem neuen Spot wieder aufbauen! Aber schließlich waren wir ja zum Karpfen fangen da und nicht zum Campen. Wir legten gemeinsam die Ruten aus und als alles erledigt war, grummelte der Magen wie verrückt, denn wir hatten es 12 Uhr und noch nichts gegessen. Also machten wir uns erstmal Eier und Speck und dazu gab es ein frisches Baguette.

Als wir mit einem viel zu vollen Bauch uns in das Zelt meines Kollegen zurückzogen und in die Stühle sanken vor lauter Völlerei – träge wie zwei Säcke Zement -, meldete sich sein Bissanzeiger. Keine Stunde lagen unsere Ruten und schon Aktion, was eine gute Location so alles ausmachen kann.
Kurze Zeit später hielt er einen dicken 40er in die Kamera, nur viel Zeit zur Freude blieb nicht, da lief schon die nächste Rute von ihm ab und er konnte noch einen hohen 30er Schuppi landen. Meine Bissanzeiger ruhten sich aus, für das was dann noch kam. Denn ich konnte kurz vorm Ruten rein drehen am ersten Abend vier schöne Fische fangen.

Wir fuhren raus, fütterten nach und legten uns hin. Um 5 Uhr morgens legten wir unser Ruten wieder neu aus und ernteten sofort weiter. Die Fische drehten durch und das bei bestem Wetter: Dauerregen und Sturmböen.

Wir ließen die Karpfen nachts in Ruhe fressen und das machte sich bezahlt und so fingen wir in den letzten 2 verbleibenden Tagen eine Vielzahl an wunderschönen und großen Karpfen!  Die Kirsche auf der Sahne kam aber erst am vorletzten Abend in der Dämmerung. Ein einzelner Piep-Ton erregte meine Aufmerksamkeit. Meine Bissanzeiger piepen aber nur dann, wenn auch was an der Rute gewesen ist, also schaute ich nach. Als ich an der Rute war gab es noch einen weiteren Piep und dann setzte sich der Fisch in Bewegung und lief ganz gemütlich in gleicher Geschwindigkeit los. Ich nahm die Rute, wir stiegen ins Boot und mein Freund ruderte uns in Richtung Fisch. Als die Schnur am Boot gerade nach unten ging, wurde mir klar, dass hier etwas ganz anderes am 4er Xenia hing. Ich weiß nicht mehr wie lange es gedauert hat bis dieser Fisch das erste Mal an die Wasseroberfläche kam – für mich dauerte es eine Ewigkeit. Als es dann soweit war, stockte mir der Atem und die nächsten Sekunden vergingen wie in Zeitlupe. Er legte sich auf die Seite, ich schob den Kescher unter den massiven Körper und er war im Netz. Alles beim ersten Mal – unfassbar!

Und das an der 25 lbs Mussel Careline, dieses weiche und doch so brutal starke Material ist ein fester Bestandteil meiner Angelei und das nicht nur an Schlamm-Seen wie diesem hier! Als wir den Fisch wogen blieb der Zeiger der Waage bei 29,4 kg stehen – unfassbar, was für eine Maschine, aber seht selbst:

Ich war jetzt schon oft im Ausland, aber das war die Krönung – was wir hier erleben durften!
Jeder Fisch war hart erarbeitet und alle Strapazen haben sich für uns gelohnt und somit traten wir mit vollen Speicherkarten und einer Menge schöner und harter Drills die Heimreise an!

Beste Grüße euer Marius

Hier noch einige weitere Fische dieses unfassbaren Trips, der zum Ende eine wahre Fangorgie wurde:



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